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Lara,
19 Januar 2009
Ghana
, Nkawkaw
Meine Liebsten,
Sorry, dass ich so lange nicht geschrieben habe, aber im letzten Monat haben wir keine Zeit gefunden, ins Internet zu gehen. Wir waren so beschaeftigt damit, am Strand zu liegen, zu faulenzen, braun zu werden, Sklavenburgen zu besichtigen oder ueber den Regenwald zu wackeln...aber der Reihe nach

Ende letzten Jahres haben wir, bevor wir zu unserer Kuestentour aufgebrochen sind, noch Weihnachten in den Gastfamilien gefeiert.
Da am 24. hier absolut tote Hose war, sind wir zusammen mit den anderen Obrunis auf einen Berg gewandert und haben dort ein Picknick veranstaltet...mit Spekulatius, Schokokringeln und sogar Apfelsaft! Das war sehr foerderlich fuer meine Weihnachtsstimmung, trotz 30 Grad und Sonne pur!
Den naechsten Vormittag habe ich dann in der Kirche verbracht, aber wenigstens gab es dort einen wunderbar kitschigen Weihnachtsbaum.Am naechsten Tag habe ich mich dann erfolgreich vor dem Kirchgang gedrueckt und stattdessen mein Zeug fuer die Reise gewaschen...eine wunderbare Ausrede sag ich euch

Ansonsten haben wir in den zwei Tagen schoen viel gegessen und ich musste auch erleben, wie der Hahn, der mich morgens um halb 4 noch geweckt hatte, langsam in mein Mittagessen umgewandelt wurde...nicht so schoen sag ich euch! Im Gegensatz zu Mameyaa, die sich direkt neben Mike, den Hanhn, das Messer und die aufgeschnittene Halsschlagader gesetzt hat, musste ich etwas geschockt weggucken!
Das Essen war dafuer wirklich lecker, ja, auch der Hahn, und ich habe mich gefreut, dass endlich einmal die ganze Familie versammelt war. Extra fuer Mia und mich, wir hatten uns das naemlich gewuenscht und haben dann unsere Weihnachtsgeschenke verteilt, die gluecklicherweise super gut angekommen sind

Nach dieser wirklich schoenen Zeit in meiner Gastfamilie fiel mir der Abschied von Nkwatia schon damals total schwer und in der ersten Zeit an der Kueste hatten Greta und ich tatsaechlich Heimweh. Trotzdem konnten wir den Strand,. das Meer und die Sonnne in vollen Zuegen geniessen!
Sylvester haben wir in der Green Turtle Lodge verbracht. Am 31. gab es eine tradiotionelle Show mit Trommeln und Tanz und spaeter ein grosses Feuer am Strand. Das war wirklich schoen, aber ich haette euch gerne da gehabt zum Feiern!
Nach dieser Station sind Greta und ich weiter in das kleine Fischerdorf Busua gezogen. Dort war es vorbei mit der Obruni-Oase und so haben wir uns des Oefteren unsere Strandmatten mit einheimischen Kinder geteilt oder wurden abenmds zu romantschen Strandspaziergaengen eingeladen, die wir natuerlich dankend abgelehnt haben

Ich fand es aber gut, dort mal wieder unter Einheimische zu kommen und wir haben uns trotzdem nicht vom Faulenzen abhalten lassen!
Nach diesen langen Strandtagen, die viel zu schnell vergangen sind, sind wir weiter nach Cape Coast gefahren. Dort haben wir zwei Sklavenburgen besichtigt. Das Cape Coast Castle selbst und das Elmina Castle im nahegelegenen Dorf Elmina. Die Fuehrungen dort waren total ergreifend und spannend! Man kann sich das Leid, das dort geschehen ist nicht vorstellen, und doch fand ich es spuerbar, habe gemerkt, dass man bei dem Blick auf diese wirklich wunderschoenen Burgen auch immer die schreckliche Geschichte sehen kann und bedenken muss...
Neben unserer "Kulturtour" haben wir in Cape Coast auch ganz viel geshoppt, sind in das wirre Leben der Ghanaer eingetaucht und wurden sogar zu einer Trommelshow von einer internationalen Gruppe eingeladen. Das hat mir total gut gefallen, es ist wirklich irre, wie die Trommeln konnten! Ich konnte gar nicht jeden Schlag sehen, so schnell haben sich ihre Haende bewegt!
Dann haben wir von Cape Coast aus auch noch den Kakum Nationalpark besucht und sind auf dem Canopy Walkway auf Haengebruecken ueber den Regenwald gewackelt. Das war ein super Gefuehl mit ein bisschen Gruselfaktor und Adrenalin pur!
Die letzte Station unserer Reise war, wie koennte es anders sein, wieder am Strand

Das Anomabo-Beach-Resort war fuer uns nach so langer Zeit Luxus pur. Fuer circa 10 Euro pro Person (ein Preis, der einem hier echt wehtut) hatten wir eine noble Rundhuette mit Riesenbett, jeden Tag frische Handtuecher, ein Fruehstuecksbuffet mit Milch und Gemeinschaftsduschen mit WARMEM WASSER!!! Beim ersten mal Duschen habe ich mich total erschrocken und musste das Wasser erstmal kalt drehen

Nach unserer wunderschoenen, langen Reise ist es uns nicht ganz leicht gefallen, den Strand zu verlassen. Wir koennen uns an so ein "Luxusleben" schon noch gewoehnen. dafuer war der Empfang zurueck in Nkwatia so herzlich, dass ich mich sofort wieder heimisch gefuehlt habe und langsam richtig Angst vor dem Ende dieser Woche, unserem Rueckflug habe. Vor allem abends,wenn ich bei Esther im Shop sitze, ein Kind auf meinem Schoss habe und von weiteren umringt bin, die mit meiner Kamera oder meinem mp3-Player spielen duerfen oder einfach nur meine weisse Haut anfassen oder sogar probieren wollen (ja, die kleine Gladis kuesst neuerdings gerne meine Hand
) bin ich so traurig, dass meine Zeit hier jetzt schon fast vorbei ist und ich hier so viel Schoenes zuruecklassen muss. Auch Mme Salome hat sich total gefreut, dass wir zurueck sind. Die Speilgeraete, die wir noch in Auftrag gegeben hatten, werden grade auf dem Gelaende des Kindergartens aufgebaut und schon bald kann der neue Computer, den wir auch noch kaufen konnten in den frisch mit Elektrizitaet versorgten Klassenraum eingebaut werden! Mme Salome hat uns heute verkuendet, dass sie uns fuer von Gott gesandte Engel haelt und Jesus jeden Morgen dankt, dass er uns zu ihr gebracht hat. Irgendwie ist das suess, aber ich bin auch unangenehm beruehrt, dass sie uns so in den Himmel lobt. Ich finde es grossartig, dass wir vom Geschwister-Scholl eine so sagenhaft grosse Spende bekommen haben, dass hier so viel Hilfe moeglich war. Das tolle an Mme Salome ist, dass sie unsere Anregungen annimmt. Sie hat jetzt sogar den Nikolauslauf "eingeghanaert". Die Kinder sammeln nun in der Kirche Spenden, indem sie Gedichte und Lieder vortragen. Von dem Geld soll dann ein Rasenmaeher gekauft werden, damit die Kinder endlich nicht mehr Grass schneiden muessen. Das ist doch Mal eine gute Idee!
Gemeinsam mit der Schule haben wir jetzt schon alle Ziele dieses Schuljahres geschafft (Kantine und Elektrizitaet mit Computer), sodass die Lehrer und Eltern jetzt total motiviert sind, weiterzumachen und selbst mitzuhelfen, dass sie auch noch zum Beispiel die neuen Klogebauede aufgebaut bekommen. Ich hoffe, sie werden wirklich aktiv und erreichen ihre Ziele!
Ja, das war also unsere letzte Zeit in Ghana. Ich werde jetzt die letzten Tage noch bewusst geniessen, mir alles genau angucken und so viel Zeit wie moeglich mit meiner lieben Gastfmilie und den Nachbarn verbringen. Ich habe die Ghanaer wirklich in mein herz geschlossen. So viel Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit, die ich hier erfahre, werde ich sicher vermissen. Auch die nervigen Obruni-Rufe werden mir fehlen oder dass man staendig neue Freunde hat "I am your friend now!"

ich freue mich, euch persoenlich noch viel mwehr berichten zu koennen, und kann Nkwatia nur mit dem gedanken verlassen, irgendwann nochmal zurueckkehren zu koennen... Ich hoffe, das schaffe ich auch!
Bis so bald....noch 5 mal schlafen!
Eure Lara
Kommentare zu diesem Eintrag
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The adventure has finished!Kommentare zu diesem Eintrag
19 Januar 2009
Hi Lara,
ich hab' ihn als erste entdeckt (zumindest antworte ich zuerst)! Ich bin schon sooo gespannt, dich bald wiederzusehen. Wie schön, dass dir der Abschied schwer fällt - das zeigt ja, wie sehr dir die Menschen und das Land ans Herz gewachsen sind. Wenn ich da an die ersten Berichte denke....
Wir waren in großer Aufregung, da Pia sich am Samstagabend nach heftigen Schmerzen von ihrem Blinddarm trennen musste. Aber sie ist auf dem Weg der Besserung.
Genießt die letzten Tage, die Wärme der Menschen und der Sonne. Ich wünsch' euch einen guten Rückflug und einen sonnigen Ankunftstag!
Sabine
19 Januar 2009
Liebe Lara!
Ja, zurückkommen, Abschiednehmen...aber sei gewiß: Du nimmst sooo viel mit. Und wundere Dich nicht - Du hast Dich sicher sehr verändert - und so sehr Du Dich auf Münster freust - es wird Dir vielleicht auch erschreckend stehengeblieben vorkommen. So ging es jedenfalls mir nach langer Abwesenheit.
Aber sei gewiss: Du wirst Deine Erfahrungen immer in Dir tragen, sie werden Dein Wesen prägen - und Du kannst sie überall in die Tat umsetzen: Menschen bei Dir aufnehmen, Verständnis haben für andere, die bei "uns" fremd sind....Du wirst es erleben!
Und so freue ich mich, dass Du diesen Mut hattest, Dich in allen Zweifeln und Heimweh ausgehalten hast! Un das größte Geschenk - so habe ich das empfunden - sind die Menschen, die Du kennengelernt hast - und die Dir vielleicht ja auch mit ihrer Zuneigung erhalten bleiben.
Also: Rein in den Abschied, komm gut zu Haus an, grüß mir meine Gilla und Inga, den Feger, - und kommt bald vorbei!!!!!!!!
Deine Claudi mit der schon schlafenden Raupe und dem ebenfalls schlafenden Elefander
20 Januar 2009
Hallo Lara-Engel,es ist wirklich nicht zu glauben, dass eure Reise schon zu ende ist. (Wobei es sicher auch Menschen gibt, denen es wie eine Ewigkeit vorkam).Dass dieser Abschied für euch auch mit ganz viel Traurigkeit verbunden ist, kann ich gut verstehen.Hier jedenfalls werdet ihr sehnsüchtig erwartet.
Grüß mir auch Greta-Engel ganz herzlich, bis bald, Angelika
P.S. bin dieses Mal schneller als Laura!!!!!
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